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Streichelzoo

In unserem Streichelzoo gibt es eine Menge zutraulicher Tiere, die gerne gestreichelt oder versorgt werden!
Ausserdem haben wir eine Weide, auf der die seltenen Soay-Schafe und Bergziegen aus der Schweiz leben. Soayschafe sind kleine Wildschafe und kommen von der schottischen Insel Soay.
Falls Sie oder Ihre Kinder Lust haben, können Sie uns auch gerne bei der Tierpflege und/oder beim Füttern behilflich sein.

"Capo" und "Gina"
"Capo"
Ziegen mit Esel "Anton"
"Ferdi" und "Frodo"
"Ferdi" und "Frodo"
Fuchs "Foxi"
Soayschaf
Baby-Fuchs "Foxi"
Soayschafe
Mini-Shetty Ferdinand "Ferdi"
Mini-Shetty "Frodo"
"Tigerle" und "Max"
"Daphne"

 

Soayschafe - seit 5000 Jahren nahezu unverändert!

Herkunft, Ursprungsgebiet

Entdeckt wurden die Soays auf einer kleinen Insel des sogenannten St. Kilda Archipels, westlich der schottischen Küste. Das St. Kilda Archipel besteht aus insgesamt 4 Inseln. Eine davon ist die Insel Soay, mit einer Größe von ca. 99 ha. Von dieser Insel erhielten sie ihren heutigen Namen, "Soay". Der Wildbestand der Soay-Schafe beläuft sich nach Schätzungen zwischen 1000 und 1500 Tieren.
Soayschafe repräsentieren eine frühe Stufe in der Evolution der Hausschafe. Sie stellen ein lebendes Relikt aus den Anfängen der Domestikation dar. Nach archäologischen Erkenntnissen traten soayähnliche Schafe bei unseren Vorfahren um 3000 v. Chr. mit der Begründung der ersten neusteinzeitlichen Bauernsiedlungen auf. Soayschafe haben viele Eigenschaften ihrer wildlebenden Verwandten, den Wildschafen, behalten.

Wissenswertes

Soays zählen zu den genügsamen und robusten Schafen. Die Hörner der Soayschafe, insbesondere die Schnecken der männlichen Tiere, sind durch relativ dichtstehende Querfurchen gekennzeichnet. Sie haben an der Basis einen seitlich abgeflachten Querschnitt, der mit zunehmendem Alter dreieckig wird. Soayschafe können Notzeiten wie strenge, kalte, schneereiche Winter gut überstehen. Wie unsere alten Landrassen besitzen Soays durch ihre vorhandenen Wildeigenschaften physiologisch eine sehr viel bessere Eignung zur Nutzung von Raufutter geringerer Qualität als unsere Hochleistungsschafe.

Soayschafe fressen auch "Problempflanzen". Dazu gehören beispielsweise Brennnesseln, Ampfer, Disteln, ja sogar, wenn auch nur in geringen Mengen, Wurm- und Adlerfarn. Es gibt Soays, die erst Heu aufnehmen, wenn auf der Fläche ansonsten nichts fressbares mehr zu finden ist oder eine geschlossene Schneedecke eine vollständige Ernährung erschwert. Aber auch bei einer geschlossenen Schneedecke kratzen die Soayschafe mit ihren Vorderläufen den Schnee zur Seite und fressen das darunter liegende Gras.
Soayschafe fressen sehr gern Blätter und junge Triebe von Gehölzen, wie man es von Ziegen her kennt. Durch diese Eigenschaft sind die Soayschafe durchaus in der Lage, Gehölze zurückzudrängen.
Sie können ganzjährig, auch ohne Unterstand, bei extensiver Betreuung im Freiland gehalten werden.
Durch die oft extremen Lebensbedingungen auf ihren Herkunftsinseln, Soay und Hirta, haben sie sich an solche unwirtlichen Wettersituationen im Laufe der Jahrhunderte optimal angepasst.
Aufgrund ihrer engen verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Mufflons und natürlich auch bedingt durch die extremen naturnahen Haltungsbedingungen, besitzen sie ein qualitativ exzellentes Fleisch. Ihr Fleisch ist mit Wildfleisch vergleichbar. Soays produzieren ein sehr fettarmes, mageres, cholesterinfreies Fleisch, mit einem typischen wildbretartigen Geschmack.
Gegenüber Krankheiten zeigen sie hohe Resistenzen.
Soayschafe bringen ihre Lämmer ohne Hilfestellung des Menschen zur Welt. Vorraussetzung hierfür ist eine Freilandhaltung, bei denen die Tiere ihren natürlichen Tagesrhythmus (Aktivitäts- und Ruhephase) ausleben können.

Man nimmt an, dass die Soayschafe in direkter Linie auf die Bronzezeit-Schafe zurückgehen. Primitive Merkmale, wie bspw. den Haarwechsel im Frühjahr, hat das Soayschaf behalten.

Äußeres Erscheinungsbild

Das Soayschaf ist ein kleinrahmiges Schaf mit noch wildähnlichem Aussehen und Verhalten. Die männlichen Tiere bringen zwischen - je nach Alter - 35 und 45 kg Lebendgewicht auf die Waage. Die weiblichen Tiere sind etwa 12 bis 15 kg leichter. Die Lämmer kommen mit 1-1,5 kg auf die Welt. Es existieren unter den Soays in Deutschland zwei anerkannte Farbtypen, der wildfarbene und der cremefarbene Typ. Beide besitzen helle Abzeichen über den Augen, an den Beinen und am Bauch. Das Hinterteil weist einen hellen Spiegel, ähnlich des Rehwildes, auf.
Die Böcke besitzen ein dem Mufflon vergleichbares gewundenes Gehörn - die sogenannte "Schnecke". Anhand des Gehörns lässt sich mit Hilfe der "Jahresringe" das Alter ermitteln. Die Auen, wie man die weiblichen Tiere auch nennt, besitzen sichelartige nach hinten gebogene Hörner, die auf dem ersten Blick an Ziegen errinnern. Hornlose Auen können vorkommen, sind aber, zumindest bei den in Deutschland befindlichen Beständen, bislang die Ausnahme.

Verhalten

Wer Soays einmal in Ruhe, vor allen Dingen auf größeren Wiesen beobachtet hat, wird bald feststellen, dass sie noch über ein wildartiges Verhalten verfügen. Liest man über ihre nahen Verwandten, dem Mufflon nach, entdeckt man kaum Unterschiede zu diesem "Wildschaf". Besonders deutlich wird dies in der Brunft. Während dieser Zeit kann man sämtliche beschriebene Verhaltensweisen der Mufflonböcke auch bei den Soayböcken beobachten, vom sog. "Blädern" bis zum "Vorderlaufschlag". Wer Soayschafe im Jahresverlauf beobachtet, wird sich sicherlich häufiger die Frage stellen, ob er es hier mit Wild- oder mit Hausschafen zu tun hat. Dies macht sie für den Wanderer oder Spaziergänger als Beobachtungsobjekt sehr interessant. Wanderer, die an unseren Flächen vorbeikommen, bestätigen uns das durch längeres Verweilen an diesen mit Soay-Schafen besetzten Flächen.

Fortpflanzung, Brunft

Soays haben wie ihre wilden Artgenossen einen saisonalen Brunftverlauf, der sich von Mitte Oktober bis in den Dezember hinein ziehen kann. Die Hauptbrunft findet von Ende Oktober bis Mitte November statt. Lässt man in dieser Zeit mehrere gleichalte Böcke in die Herde, kommt es zu massiven und sehr eindrucksvollen Auseinandersetzungen, bei denen die Kontrahenten mit ihren Gehörnen in der Luft, wie man es von Wildschafen her kennt, zusammenprallen und dabei ein ohrenbetäubendes Knallen, ähnlich einem Gewehrschuss, erzeugen. Die Ablammung fällt nach ca. 150-156-tägiger (5 Monate) Tragzeit in die Monate April und Mai. Es kommt aber durchaus vor, dass Lämmer Mitte/Ende Februar zur Welt kommen. Dies ist aber die Ausnahme. Die Lämmer sind bereits in der folgenden Brunft aufnahmefähig und bringen i. d. R. im Frühjahr ihr erstes Lamm zur Welt.

Fellabwurf

Soayschafe müssen nicht, wie andere Schafrassen, geschoren werden. Sie werfen ihr Winterfell ab. Das Abwerfen erfolgt i. d. R. ab Anfang April und kann sich bis in den Juli hineinziehen. Der Zyklus wird durch äußere Faktoren beeinflusst, so dass der Beginn des Haarwechsels durchaus früher beginnen kann. Die Böcke wechseln zumeist früher als die weiblichen Tiere. Junge Tiere zeigen oft schon im März blanke Stellen im Winterfell. Ende Mai haben einjährige Tiere größtenteils ihren Fellwechsel abgeschlossen. Es kommt auch vor, dass Teile des Winterfells nicht abgeworfen werden. Dieses Phänomen wird auch bei Wildtieren beobachtet. Auch sehr alte Tiere (10 Jahre und älter) werfen in manchen Jahren nicht mehr vollständig ihr Winterfell ab. Diese Eigenschaft des natürlichen Fellwechsels erspart die arbeits- und kostenaufwendige Schur.

 

© by Fam. Kierndorfer